Top 10: Die besten Altberliner Kneipen 2019

Berlins urige Traditionskneipen: Holztresen, frischgezapftes Bier und mehr oder weniger interessante Gespräche oder Diskussionen. Hier lernt man Menschen kennen und lieben, oder lässt sich richtig versacken. Und für deftige Speisen ist in Altberliner Kneipen auch gesorgt. Ein gepflegtes Bier trinken – das geht immer!

1. Das Metzer Eck in Prenzlauer Berg
2. Alt-Berliner Wirtshaus – Die Henne
3. Die Deponie 3 im S-Bahnbogen
4. Wirtshaus Max und Moritz in Kreuzberg
5. Zillemarkt – Restaurant in der Bleibtreustraße
6. Thomas-Eck in Charlottenburg
7. Alt-Berliner Restaurant – Das Xantener Eck
8. Tankbier in der Bierbar „Zum böhmischen Dorf“
9. „Ständige Vertretung“ in Berlin: Auf ein Kölsch an der Spree
10. Wilhelm Hoeck: Kneipe wie zu Zilles Zeiten

1Das Metzer Eck in Prenzlauer Berg

Das Metzer Eck ist das älteste Lokal in Prenzlauer Berg und als gute Stube im Kiez bekannt. Hier gibt es traditionelle Berliner Küche und viel Ruhe für ein gemütliches Feierabendbier.

Wer ‘ne Molle mit Korn sucht oder Lust auf ‘ne Hackepeterstulle hat, ist hier richtig.  Die Gaststätte Metzer Eck ist Urgestein in Prenzlauer Berg und nebenbei auch mit bald 102 Jahren die älteste Kneipe im Kiez, eine waschechte Altberliner Kneipe. Die gelernte Kaltmamsell Clara Vahlenstein eröffnete am 1. August 1913 „Valhensteins Destille“. Über Generationen wurde die Bewirtschaftung in Familienunion weitergeführt, das hat sich bis heute nicht geändert. Geändert hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg nur der Name: Metzer Eck.

Metzer Eck ist seit über 100 Jahren ein Familienbetrieb

Seit 2007 leitet die Erbin Sylvia Falkner das Metzer Eck in alter Berliner Kneipentradition, ohne großen Schnickschnack und mit kaum sichtbaren Veränderungen. Die Einrichtungsgegenstände sind so original wie die Gäste, die hier regelmäßig sitzen, irgendwann hatte man beschlossen, alles möglichst so zu lassen, wie es war. Und das war gut so. Denn so, wie sich der Kiez um den Kollwitzplatz seit den 1990er Jahren rasant und nicht immer zum Positiven veränderte, blieb hier alles beim Alten. Sei es das dunkle Rückbuffet hinter dem Tresen, ein mechanischer Spielautomat von 1956, der immer noch funktioniert, oder der Viereckkachelofen mit Sims und der Zapfhahn, die immerhin aus der Zeit um 1900 stammen.

Ein Fels in der Berliner Kneipen-Landschaft

An den Wänden sieht man auf vielen schönen, alten Stichen, Kopien und Fotos die Geschichte der Familie, der Kneipe und des Bezirks. Das Stamm-Publikum kommt oft seit Jahren her, junges, hippes Publikum kommt selten und ab und zu schauen neugierige Touristen vorbei und auch mal der eine oder andere prominente Gast, wie Otto, Wolfgang Gruner, oder Klaus Maria Brandauer. Aber das Konzept geht auf – in einer Zeit, wo schnell eine Kneipe aufmacht, aber auch zwei schließen müssen, ist das Metzer Eck wie ein Fels in der Berliner Kneipen-Landschaft. Hier kann man noch in Ruhe sein Bier trinken und das berühmte Eisbein essen (allerdings nur im Winter!).

Berliner Büffet mit typischer Berliner Küche

Das Metzer Eck ist eine ideale Heimstatt für Stammtische aller Art, die sich hier regelmäßig abends einfinden oder für Familienfeiern. So wird z.B. für eine Veranstaltung ab 30 bis 50 Personen ein rustikales kalt/warmes Büffet angeboten. Warme Speisen wie Kasslerbraten und Schweinebraten mit Bratkartoffeln und kalte Speisen, u.a., Hackepeter, Rollmops, Sülze, verschiedene Würste, Salate, diverse Brote, Schmalz und viele andere typische Berliner Schmankerl werden serviert.

Soljanka, Strammer Max und Kartoffelpuffer

Montag bis Freitag ist das Metzer Eck ab 16 Uhr geöffnet. Aktuelle Tagesangebote wie Schichtkohl mit Hack für 8 Euro oder Matjes mit Sahne für 8,50 Euro ergänzen dann die feste Menükarte. Auf ihr finden sich Suppen, Salate, warme und kalte Speisen und Fisch sowie Dessert zu Preisen unter 10 Euro. Von der Soljanka, über das Schmalznäpfchen mit Harzer Käse bis zum Brathering mit Bratkartoffeln, oder Strammen Max und Kartoffelpuffer – „allet solide Berlina Küche ohne Wenn und Aba“.

Gaststätte Metzer Eck, Metzer Straße 33, 10405 Berlin, 030/4427656, www.metzer-eck.de, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 16-01Uhr, Samstag von 18-01 Uhr

2Alt-Berliner Wirtshaus – Die Henne

Das Alt-Berliner Wirtshaus Die Henne ist kult.  Ja gut, Hühnchen isst man überall auf der Welt, das hat nix orignär Berlinerisches. Und doch: Das Ambiente ist im original erhaltenen Mobiliar von 1908. Berlin wie damals eben. Das Alt-Berliner Wirtshaus „Die  Henne“ ist kult. Das behauptet nicht nur das Restaurant selbst, da stimmen auch die Gäste ein. Ja, man könnte fast behaupten, wer noch nie in der Henne eine Hühnchen verspeist hat, kennt Berlin nicht – oder hat zumindest etwas elementar Berlinerisches versäumt.

Hühnchen im Alt-Berliner Mobiliar

Ja gut, Hühnchen isst man überall auf der Welt, das hat mit Berliner Küche nix orignär zu tun. Und doch: Das Ambiente im original erhaltenen Mobiliar von 1908, das ist Berlin wie damals eben. Die halben krossen Masthühnchen gibt es für 7,90 Euro.  Dazu wird der Henne-bekannte Kraut- oder Kartoffelsalat (3,50 pro Portion) serviert. Bei großem Andrang kann es zu Wartezeiten kommen, weil die Hühnchen stets frisch zubereitet werden – nach einem geheimen Spezialverfahren, wie die Wirte nicht ohne Stolz verraten.

Speisen und Getränke in der Henne

Neben den legendären Hühnchen stehen bei der Henne auch noch  Debrecziner Würste (3,40 Euro das Paar), Knacker (3,90 Euro), Currywurst (3,40 Euro) oder eine Bulette zu 2,90 Euro auf der Karte. Dazu wird Schultheiss (3,80 pro halben Liter), Berliner Pilsner (auch 3,80 Euro) oder Fränkisches Landbier (0,5 l zu 3,90 Euro) gezapft und in Tronkrügen serviert. Außerdem stehen Alt-Berliner Spezialitäten wie Ingwer-, Zimt- oder Nusslikör, Mampe Halb und Halb, Getreidekümmel oder Persico auf der Karte (jeder zu 2,90 Euro für 0,2 l).

Holzvertäfelte Wände, Laternen und eine Schankterrasse

Wer hier seinen Hunger stillt, fühlt sich zurückversetzt ins Jahr Anno 1804, als das Restaurant eröffnete. Ein großer gefliester Tresen dominiert den Schankraum, hinter dem sich in einem dunklen Holzregal die Flaschen drängeln. Die Wände sind holzvertäfelt, ein Ofen mit einem dickem Abzugsrohr dominiert die Mitte des Saals. Die Tische sind mit rot-karierten Decken belegt, die robusten Holzstühle haben schon vielen Gästen Platz geboten. Schmiedeeisernen Lampen und Laternen mit farbigen Gläsern hängen von der Decke, die Wände sind dekoriert mit Jagdtrophäen, in den Wandregalen stehen noch alte Schnapsfässer – und überhaupt: es gibt viel zu entdecken aus der alten Zeit. Im Sommer lässt es sich auch sehr lauschig auf der Schankterrasse speisen.

Die Mauer war vor der Tür der Henne

Die Henne wurde am 24. Juni 1908 als „Wirtshaus zur Hirschecke“ eröffnet, schon damals standen typische Berliner Gerichte auf der Karte. Und stets war das Restaurant ganz nah dran am Weltgeschehen: Kaiserreich, I. Weltkrieg, Weimarer Republik, Nazi-Diktatur, II. Weltkrieg, Teilung und Wiedervereinigung. Zwischen 1961 und 1989 verlief die innerstädtische Berliner Mauer nur fünf Meter vor der Tür zur Henne vorbei. Davon ist heute nichts mehr zu sehen.

Die Henne, Leuschnerdamm 25, Kreuzberg, 10999 Berlin, Tel. 030/61477 30, www.henne-berlin.de, Öffnungszeiten: Di.-Sa. ab 18 Uhr, So. ab 17 Uhr, Montag Ruhetag

3Die Deponie 3 im S-Bahnbogen

Schusterjungen mit Schmalz, Buletten oder Eisbein mit Erbspüree, das  sind typische Gerichte der Hauptstadt. In der Deponie  3 in Mitte, nahe dem Bahnhof Friedrichstraße, werden solche deftigen Klassiker der Berliner Küche gerne serviert und gegessen.

Schusterjungen mit Schmalz, Buletten oder Eisbein sind typische Gerichte der Hauptstadt. Die Deponie 3 in Mitte widmet sich (nicht nur) dieser gastronomischen Tradition. Sicher, Berliner Traditionsgerichte sind Lichtjahre von der Raffinesse anderer Küchen entfernt. Aber manchmal muss es eben etwas Deftiges sein, worauf die Geschmacksknospen Heißhunger signalisieren. Und da sind Berliner Klassiker wie Schusterjungen, Buletten oder Eisbein mit Erbspüree kernige Speisen, die auf jeden Fall sättigen.

Schusterjungen mit Schmalz und Buletten mit Gewürzgurke

Die Deponie 3 etwa serviert Berliner Kartoffelsuppe mit Einlage zu 4,90 Euro. Als Vorspeisen können Schusterjungen, die entweder mit Griebenschmalz oder mit Harzer Käse belegt sind (3,70 Euro), oder zwei hausgemachte Buletten mit Gewürzgurke (5,90 Euro) bestellt werden. Kommen die Buletten mit Gemüse und Sazkartoffeln daher, sind sie schon ein Hauptgericht, nennen sich Berliner Pferdeäpfel und kosten 9,80 Euro.

Deponie 3 serviert Alt-Berliner Spezialitäten

Wer auch beim Hauptgang berlinerisch bleiben möchte, dem seien eine Berliner Rostbratwurst auf Sauerkraut mit Salzkartoffeln (8,50 Euro) empfohlen. Das Berliner Gericht aller Gerichte ist jedoch das Eisbein. In der Deponie 3 trägt es den Beinamen „Vater Zille“, womit die Herkunft dieses Gerichts nicht eindeutiger indiziert sein kann. Der Gast erhält für 12,90 Euro ein gutes Kilostück Eisbein. Dazu werden – ganz klassisch – Erbspüree und Salzkartoffeln gereicht.

Havelzander mit Gurkensalat oder Matjes Hausfrauenart

Wem der Appetit eher nach Fisch steht, dem seien gebratener Havelzander mit Gurkensalat und Petersilienkartoffeln (13,50 Euro) oder Matjesfilets Hausfrauenart (9,50 Euro) ans Herz gelegt.

In der urigen Deponie 3 hängt eine Holzkutsche an der Decke

Natürlich passt auch der räumliche Rahmen zur Alt-Berliner Küche. Die Deponie 3 befindet sich in den S-Bahnbögen unterhalb der Stadtbahn und in der Nähe vom Bahnhof Friedrichstaße. Im großen Schankraum hängt von der Decke eine mächtige Holzkutsche, an den Wänden prangen alte Emailleschilder, Fliesenbilder, Ölschinken und allerlei Zierrart aus Uromas Haushalt. Wo zu DDR-Zeiten noch die Russen Panzer untergestellt haben, lässt sich heute in rustikalem Ambiente angemessen tafeln.

Gruppentauglich: Deponie 3 hat separaten Raum mit 120 Plätzen

Das Restaurant eignet sich auch für Gruppen. Immerhin verfügt die Deponie 3 über 180 Plätze sowie einen separaten Raum für etwa 120 Gäste. Außerdem bietet der begrünte Hofgarten weiteren 120 Gästen Plätze.

Deponie 3, Georgenstraße 5, Mitte, 10117 Berlin, 030/201 657 40, deponie3.de Montag bis Sonntag ab 10 Uhr

4Wirtshaus Max und Moritz in Kreuzberg

Altberliner Spezialitäten, Bier aus dem Kiez und eine museumsreife Einrichtung. In dem Wirtshaus Max und Moritz in Kreuzberg ist die Atmosphäre familiär und doch international.

Auch das „Max und Moritz“ ist solch eine Kreuzberger Institution, bei der jeder schönen Jugendstil-Fliese, jedem mit Schellack gestrichenen Caféhaus-Stuhl, jeder in Blei gefassten Glas-Intarsie eine mythenschwere Vergangenheit eingeschrieben ist.

In dem im Jahr 1902 – zum 70. Geburtstag von Wilhelm Busch – an der Hauptverkehrsader des Bezirks gegründeten Betrieb soll der Berliner Heimatkünstler Heinrich Zille schon getrunken haben und der Komponist Paul Lincke („Berliner Luft“) regelmäßig eingekehrt sein.

Gründungsort der Alternativen Liste

Hier gründete sich die „Alternative Liste“, die Vorgängerin der Grünen. Hier atmet noch heute jede Ritze in den Bodendielen den Aufbruchs- und Widerstandsgeist Kreuzbergs, genauso wie die Verbürgerlichung der letzen Jahre. Das „Max und Moritz“ ist ein Spiegel des ungezwungenen, libertinären und dennoch von Lokalstolz getragenen Kreuzberger Lebens. Hier ist die Welt schon zigfach umgestürzt und genauso oft wieder zusammengefügt worden.

Das Max und Moritz ist international und familiär

Wandreliefs erzählen die Lebensgeschichte der literarischen Figuren Max und Moritz, „diesen beiden“. Die blau-grün glasierten Fliesen, die Glasmalerei, die Schmiedearbeiten machen das Wirtshaus an der Oranienstraße in SO 36 fast zu einem denkmalgeschützten und 2011 renovierten Jugendstil-Museum. Aber keine Angst, hier geht es ausgesprochen familiär zu, Besucher aus aller Welt treffen auf Nachbarn aus dem Kiez, einzelne Gäste auf Familien, Gruppen, Vereine, größere und kleinere Gesellschaften, die sich im Restaurant, im „Kleinen Saal“ im ersten Stock oder im hinteren „Ballsaal“ treffen. „Das „Max und Moritz“ ist Kneipe, Lokal, Veranstaltungsraum in einem. Jeden Sonntag ab 20 Uhr wird zur „Tangonacht“ geladen.

„Berliner Küche“ und „Kreuzberger Molle“

Die Küche richtet sich an Freunde der „Berliner Küche“. Auf der Karte stehen Gerichte aus „Witwe Boltes Suppentopf“ (z.B. Kartoffelsuppe mit Speck und Wiener Würstchen), „Altberliner Spezialitäten“ (z.B. „Kutschergulasch“ und „Berliner Eisbein“), aber auch Königsberger Klopse, Rheinischer Sauerbraten und verschiedene Elsässer Flammkuchen. Hinter der Theke werden fünf Biere frisch gezapft, u.a. die naturtrübe „Kreuzberger Molle“ und das „Barre Bräu“ aus Westfalen. 

Max und Moritz, Oranienstraße 162, 10969 Berlin, Kreuzberg, Telefon: 030/ 695 15 911, www.maxundmoritzberlin.de, geöffnet tägl. ab 17 Uhr

5Zillemarkt – Restaurant in der Bleibtreustraße

Bouletten, Kasseler oder Eisbein – wer die typische Berliner Küche sucht, wird sich im Zillemarkt wohlfühlen. Darüber hinaus bietet das Restaurant einen Biergarten und noch viel mehr.

In der Charlottenburger Bleibtreustraße, gleich an dem Viadukt der S-Bahn Savignyplatz – der Platz liegt gleich um die Ecke, befindet sich eine echte Berliner Traditionsgasstätte: der Zillemarkt.  Seit über 100 Jahren treffen sich hier schon Berliner und Besucher zu Berliner Speisen, Molle und Korn und selbstgebackenem Kuchen. Das Motto: „Futtern wie bei Muttern“ kann man hier zurecht ernst nehmen. Die Portionen sind reichlich und hausgemacht.

Restaurant und Kaffeehaus mit Tradition

Der Zillemarkt vereint in sich, je nach Tageszeit, ein Restaurant, ein Kaffeehaus, eine Bar  und einen Biergarten – Platz ist genug, circa 170 Personen können drinnen speisen. Bei schönem Wetter steht noch ein wild-romantischer kleiner Biergarten im Innenhof zur Verfügung – wer mag, eine Straßenterrasse gibt es auch. Alles wirkt sehr nostalgisch – viele Einrichtungen wie die Fensterfront, die Apothekeranrichte, die jetzt Tresen ist, oder der kopfsteingepflasterte Fußboden sind aus der Jahrhundertwende.

Langes Frühstück für Spätaufsteher

Im Zillemarkt wird in der Woche ab 12 Uhr geöffnet, am Wochenende schon ab zehn – bis 16 Uhr können dann Spätaufsteher den Tag mit einem Express-Frühstück (Marmelade, Schrippe, Kaffee, 3,80 Euro) oder mit dem „Jehobenen Frühstück“ (u.a. Lachs, Schinken, Rührei, Prosecco, 12,90 Euro) beginnen. Danach wartet dann eine Speisekarte, bei der keine Gelüste nach Berliner Küche unbefriedigt bleiben.

Zickenschulzes Miljöhplatte für ganz Hungrige

In kleiner Form wären da Berliner Kartoffelsuppe, Berliner Bouletten, Hackepeter, Currywürste mit Pommes oder Salate im Angebot. Unter „Heinrich Zilles Leibgericht“ stehen zum Beispiel der Charlottenburger Spinattopf (Rösti, Pute, Spinat, 13,90 Euro), Berliner Kohlroulade mit Specksauce (13,20 Euro) oder für ganz Hungrige eine „Zickenschulzes Miljöhplatte“ (14,50 Euro) auf der Karte. Eine Empfehlung für alle, die sich für EIN Berliner Gericht nicht entscheiden können, denn hier gibt’s Eisbeinsülze, Kasslerbraten, Hackepeter, Bouletten, Schinken, Harzer Roller, Senf, Kartoffelsalat, Gewürzgurke, Schmalz und Brotauswahl auf einer Platte und natürlich ein echtes Zillebräu dazu.

Zillemarkt  – Restaurant in der Bleibtreustraße

Wem das jetzt zu Fleischlastig ist – von 14 bis 17 Uhr wird Kaffeegedeck serviert. Eine große Auswahl an Kuchen und Torten aus der hauseigenen Backstube, Eisbecher und diverse Süßspeisen warten auf den Verzehr. Aber auch an der Bar kann man allerlei flüssige Nahrung probieren – Cocktailstunde ist von 17 bis 20 Uhr (Cocktails ab 4,50 Euro). Neben der Standardkarte bietet der Zillemarkt auch aktuelle und saisonale Tagesgerichte an – täglich von 12 bis 23 Uhr.

>Restaurant Zillemarkt, Bleibtreustraße 48a, 10623 Berlin, Telefon: 030/881 70 40
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 12.00 bis 24.00 Uhr, Sonntag ist Ruhetag, www.zillemarkt.de

6Thomas-Eck in Charlottenburg

Das Thomas-Eck am Charlottenburger Karl-August-Platz ist eine Berliner Kiezkneipe wie aus dem Bilderbuch. Mit Alt-Berliner Küche und Atmosphäre.

Lang lebe die Kiezkneipe, steht am Eingang des Thomas-Ecks. Oft wird ja beklagt, dass die typischen Berliner Lokale mehr und mehr verschwinden. Beim Thomas-Eck – Restaurant wie Kneipe – muss man sich darum keine Sorgen machen. Das Thomas-Eck, das sich am Karl-August-Platz in der Nähe der Wilmersdorfer Straße befindet, ist immer gut besucht.

Alt-Berliner Gerichte und Frühstück

Und das will was heißen bei der Größe. Im Thomas-Eck kann man fast wie in einer Wohnstube Alt-Berliner Gerichte, riesige Schnitzel und Flammkuchen essen, aber auch frühstücken und wichtige Fußballspiele anschauen.

Thomas-Eck am Karl-August-Platz

Im Gastraum um den Tresen kommt dafür wieder mehr das Kneipen-Gefühl auf – laut und bierselig. Auch draußen gibt es Plätze mit Blick auf den Karl-August-Platz, auf dem zwei Mal die Woche ein schöner Markt stattfindet. Die Gäste im Thomas-Eck sind die Bewohner aus dem Kiez – vom LKW-Fahrer bis zum Professor -, die es offensichtlich lieben, sich zu unterhalten. Das Personal berlinert kräftig, wie es eben zu einer Eckkneipe gehört.

Speisen und Preise

Die großen Portionen und günstigen Preise im Thomas-Eck sind beachtlich. Am XXL-Schnitzelabend kostet das Riesenschnitzel 7,95 Euro, das Alt-Berliner Büffet kalt und warm gibt es auch ab 18 Uhr und für 7,95 Euro. Das Berliner Eisbein mit Erbsenpüree, Speck, Sauerkraut und Kartoffeln auf der regulären Speisekarte kostet 8,90 Euro. Für die halbe Landente mit Kohl und Kloß bezahlt man 10,95 Euro. Die Boulette kostet 2 Euro, Erbsensuppe mit Bockwurst 3,80 Euro. Das Thomas-Eck hat gleich mehrere Karten, die reguläre, eine Wochenkarte und dann noch eine mit Themenessen ab dem frühen Abend.

Getränke im Thomas-Eck in Charlottenburg

Zu trinken gibt es Bier aus dem Fass und der Pulle, etwa Schultheiss Pilsener ab 1,90 Euro, Märkischer Landmann ab 2,10 Euro, Kölsch für 1,45 Euro, Erdinger Weizen für 2,85 Euro und die Berliner Weiße mit Schuss für 2,30 Euro. Ein Glas Wein (0,2l) bekommt man ab 2,85 Euro. Die typische Berliner Faßbrause kostet 1,70 Euro.

Thomas-Eck, Pestalozzistraße 25,10627 Berlin, Charlottenburg, Tel.: 030/3128742, www.thomaseck-berlin.de
Geöffnet täglich von 8.30-2 Uhr, Küche geöffnet 8.30-23 Uhr

7Alt-Berliner Restaurant – Das Xantener Eck

Wer Alt-Berliner Restaurants liebt, wird im Xantener Eck in Wilmersdorf glücklich. Zu Eisbein mit Püree oder Bouletten gibt es ’ne Molle mit Korn. Herz, was willst du mehr?

Mitten in der City West, nur wenige Schritte vom Kurfürstendamm entfernt, überzeugt das Xantener Eck mit seiner bodenständigen und gemütlichen Atmosphäre Stammkunden und Gäste seit fast 107 Jahren.

Typische Berliner Küche und großes Brunch-Buffet

In der Traditon Alt-Berliner Restaurationen bietet das Xantener Eck typische Berliner Küche und schmackhafte gutbürgerliche Gerichte in deftiger Form, die aber geschmackvoll verfeinert ist. Neben einem umfangreichen Angebot an Speisen und Getränken hat das Xantener Eck ein täglich wechselndes, preiswertes Mittagsgericht im Angebot sowie ein großes Brunch-Buffet am Sonntag. Dazu gibt es Spezialgerichte der Saison und individuelle Menüs.

Alt-Berliner Restaurant – Das Xantener Eck

Der Tag kann im Xantener Eck mit einem ausgiebigen Frühstücks-Buffet starten. Ab 9 Uhr bis 12 Uhr gibt es für 4,90 Euro alles, was man typischerweise um diese Zeit auf seinem Teller stabelt. Montag bis Freitag von 12 bis 16 Uhr gibt es für 6,90 Euro das Mittagsmenü bestehend aus Suppe oder Dessert und Hauptgericht.

Speisekarte mit Berliner Gerichten

Auf der sehr schön gestalteten Menükarte, die mit vielen Berliner Sprüchen und Illustrationen versehen ist, finden sich dann auch die Gerichte, die man in einer Berliner Traditions-Gaststätte erwartet. Die Berliner Kartoffelsuppe, der Stramme Max, das Hackepeter vom Schwein, Currywurst und hausgemachte Bouletten, Rinderleber, den Sauerkrautteller mit Kasseler, die Berliner Kohlroulade und natürlich das Berliner Eisbein mit Erbsenpüree zählen dazu.

Ausschank von 12 Fasssbieren im Xantener Eck

Für die ganz hungrigen Besucher gibt es den Grillteller „Xantener Eck“ mit Schweinefilet, Hähnchenbrust, Hüftsteak und Bratkartoffeln. Zur Vorweihnachtszeit wird das urige Restaurant in Wilmersdorf auch gern wegen der Gänse- und Entenbraten aufgesucht. Jeden Sonntag gibt es im Xantener Eck das große Brunchbuffet. Von 9 bis 15 Uhr kann der Gast sich für acht Euro an einer großen Auswahl an warmen und kalten Delikatessen der Küche sattessen. Reservierungen sind erbeten. Die Getränkekarte ist im Xantener Eck sehr umfangreich, allein 12 Fassbiere werden ausgeschenkt. Sekt, Champagner und Schoppenweine unter fünf Euro das Glas stehen ebenso auf der Karte wie Alt-Berliner Schnaps-Spezialitäten, wie Breslauer, Cottbuser, Kümmel oder Sauern mit Persiko.

Restaurant auch für Reisegruppen und Feiern

Für kleine und große Reisegruppen und Feiern stehen bis zu 150 Plätze zur Verfügung. Berlinerisch traditionelle oder auch internationale Buffets und Menüs können auf Anfrage zusammengestellt werden. Das Xantner Eck ist ab 9 bis Mitternacht geöffnet. 

Xantener Eck, Restaurant und Bierhaus, Xantener Str. 1, Wilmersdorf, Ecke Brandenburgische Straße, 10707 Berlin, Tel. 030 / 883 90 14, www.das-xantener-eck.de

8Tankbier in der Bierbar „Zum böhmischen Dorf“

Tankbier ist das Neueste aus der Brauerei Pilsener Urquell. Die Bierbar „Zum böhmischen Dorf“ in Neukölln schenkt den frischen und geschmackvolle Gerstensaft aus.

Der Begriff Tankbier hat nichts mit dem „Volltanken“, also dem übermäßigem Bierkonsum, zu tun, sondern leitet sich von der Transportverpackung ab. Denn Tankbier kommt in großen Stahltanks unpasteurisiert von der Brauerei direkt in die Kneipe oder Bar per Kühllaster gefahren. In Berlin wird dies neue Urquell-Produkt  in der Bierbar „Zum böhmischen Dorf“ in Neukölln ausgeschenkt.

Tankbier gilt als frisch und schmackhaft

Unter Kennern gilt das Tankbier als eine besonders frische und besonders schmackhafte Spezialität. Und das ist eben diesen Tanks sowie dem damit verbundenen besonderen Ausschank verbunden.

Unpasteurisiertes Bier, kohlensäurefreies Zapfen

Und das funktioniert so: In der Urquelle-Brauerei im tschechischen Pilsen wird das frisch gebraute, unpasteurisierte Bier in Vakuum-Tanks gepumpt und sofort in die Kneipe gefahren, was niemals länger als 24 Stunden dauert. Dort angekommen, kommt es in einen Kunststoffschlauch, der sich wiederum in einem Tank befindet. Das Bier kommt also nie in Kontakt mit Kohlensäure. Beim Zapfen wird dann Luft zwischen den erwähnten Schlauch und den Tank gepresst, wodurch sich Druck fürs Zapfen aufbaut.

Tankbier hält sich nur zwei Wochen

Bei der herkömmlichen Art zu zapfen, wird das Bier mit Kohlensäure versetzt, was sich auf den Geschmack auswirkt. Auch das Pasteurisieren des Bieres bei hohen Temperaturen, das das Bier länger haltbar macht, ist dem Geschmack abträglich – die die reine Lehre der Tankbier-Anhänger. Das frische Tankbier wird konstant bei 8 bis 10 Grad gehalten und behält so seinen vollen, malzigen Geschmack. Der kleine Nachteil: Tankbier muss innerhalb von zwei Wochen getrunken sein, sonst ist es nicht mehr genießbar.

Tankbier in der Bierbar „Zum böhmischen Dorf“

Die Bierbar „Zum böhmischen Dorf“ ist eine urige Kneipe mit dunkel gestrichenen Wänden, Holzmobiliar und Gardinenstors. Im lang gestreckten Schankraum kann auch eine Bühne aufgebaut werden, um etwa DJs auftreten zu lassen. Die lange Theke besteht aus Holz und unterhalb des Zapfhahnes ist der Spezialtank für das Tankbier zu sehen.

Zum böhmischen Dorf, Sanderstraße 11, Neukölln, 12047 Berlin, täglich ab 17 Uhr bis open End, Tel. 030/44 47 967, www.zumböhmischendorf.de

9„Ständige Vertretung“ in Berlin: Auf ein Kölsch an der Spree

In der „Ständigen Vertretung“ in Berlin geht es fast wie in einer echten Kölsch-Kneipe im Rheinland zu, freundlich und lebhaft. Und von den Wänden blickt die Politprominenz. Als sich am 20. Juni 1991 der Bundestag mit knapper Mehrheit für Berlin als künftigen Regierungssitz entschied, waren die Inhaber des Lokals „Ständige Vertretung“ alles andere als begeistert. Friedel Drautzburg und Harald Grunert gehörten zu den vehementen Gegnern des Umzugs. Die Wirte hatten in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn die Kneipe „Schumann-Klause“ , das Restaurant „Amadeus“, das „Gambrinus“ und „Grunert’s Nachtcafé bewirtschaftet, in denen die Politprominenz ein- und ausging.

„Ständige Vertretung“ am Schiffbauerdamm

Aber mit ein  paar Stangen Kölsch lassen sich zumindest bei Rheinländern Probleme leichter lösen und neue Plane schmieden. Mit dem Ergebnis, dass die Gastronomen mit den Politikern umzogen und 1997 in Berlin die „Ständige Vertretung“, auch „StäV“ genannt, eröffneten. Die „Ständige Vertretung“ liegt am Schiffbauerdamm in Berlin-Mitte,  in der Nähe des Berliner Ensembles und des Bahnhofes Friedrichstraße.

Die Kneipe „StäV“ erinnert an die Zeit der Bonner Republik

Politiker verkehren in dem Lokal zwar nicht mehr so oft wie in den Anfangszeiten, dafür sind die Wände bespickt mit Schnappschüssen von deutschen Politikern, auch eine Art Bilderbuch der vergangenen Bonner Republik. Und auf der Damentoilette kann man Gesetzestexte zum Hauptstadt-Beschluss lesen. Sehr gut besucht ist die „Ständige Vertretung“ allemal, die sich als „Vertreter  der rheinischen Kultur“ versteht und als politikbegleitend.

Essen und Getränke in der „Ständigen Vertretung“ 

Es gibt Flammkuchen, Pfälzer Saumagen, Rheinischen Sauerbraten, auch Currywurst, Gulaschsuppe, Salate, Quick-Lunch-Menü und andere Kleinigkeiten zum Essen. Außer Kölsch finden sich Hefeweizen, Berliner Weiße, Weine, Apfelsaft und auch Tees auf der Karte. Ein Gaffel Kölsch kostet 2,30 Euro, eine Paulaner Hefe Dunkel 4,20 Euro, Wein (0,2) ab 4,40 Euro und die Speisen ab 4,90 bis 15,90 Euro.

Kölsch mit direktem Blick auf die Spree

In der „Ständigen Vertretung“ geht es fast wie in einer echten Kölsch’Kneipe zu, freundlich und lebhaft. Wenn es die Jahreszeit erlaubt, wird am Schiffbauerdamm mit direktem Blick auf die Spree serviert. So kommt selbst mit Gaffel Kölsch mediterranes Flair auf, was aber auch nicht schlecht ist. Der Name des Lokals bezieht sich auf die von 1974 bis zur Wiedervereinigung 1990 bestehende Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ost-Berlin.

Die Filialen der „Ständige Vertretung“

Das Lokal „Ständige Vertretung“ ist längst zu einer Marke geworden,  es gibt mehrere Filialen, in Bremen, Hamburg, Köln, Hannover und in Westerland auf Sylt. Die geplante „StäV“ am Willy-Brandt-Flughafen ist auf unbestimmte Zeit verschoben.  Aber, es kütt wie es kütt.  

Ständige Vertretung, Schiffbauerdamm 8, 10117 Berlin, Tel. 030/282 39 65. Geöffnet: Mo-Fr 11-15 Uhr, tägl. 10.30-1 Uhr, www.staev.de

10Wilhelm Hoeck: Kneipe wie zu Zilles Zeiten

Wer Alt-Berliner Kneipenflair sucht, ist bei Wilhelm Hoeck genau richtig. Der Schankraum ist noch original von 1892. Zille und Rudi Dutschke haben hier schon ihr Bier getrunken.

Eine Zeitreise in die Kaiserzeit gelingt am besten bei Wilhelm Hoeck. Die Kneipe ist noch genauso eingerichtet, wie zu ihrer Entstehungszeit im Jahr 1892. Wilhelm Hoeck eröffnete damals eine Weinhandlung mit Probierstube, später kamen eine Großdestillation und eine Likörfabrik dazu. Damit alles so bleibt wie es ist, verfügte Hoeck, dass an der Lokalität nicht geändert werden darf – deshalb gibt es bis heute keinen neuen Anstrich der Wände – die nach nunmehr mehr als 120 Jahren einen kräftigen Braunton angenommen haben.

Vertäfelte Wände aus dunklem Holz mit Spiegelflächen, rustikale, blank gescheuerte Tische, ehrwürdige Schnapsfässer und Batterien von alten Flaschen machen das besondere Flair aus. Die alten Weinfässer und Likörflasche sowie die kupferne Kasse zeugen von einer vergangenen Zeit. Der Maler Heinrich Zille, der nicht weit entfernt von Hoeck wohnte, verewigte die Kneipe in seiner Zeichnung „Schnapsdestille“.

Wilhelm Hoecks Sohn Horst gewann 1932 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Goldmedaille im Rudern (Vierer mit Steuermann). Er übernahm das Haus samt Restauration 1933. Im Krieg wurde leider die Destille schwer beschädigt. Die Theke weist noch Spuren vom Straßenkampf auf. In den 1950er-Jahren erweiterte Horst Hoeck die Kneipe um einen Speiseraum, in dem bis heute Berliner Küche serviert wird. Beliebt war die Alt-Berliner Kneipe in den 1960er-Jahren auch bei den Studenten. So wurde unter anderem Rudi Dutschke in dem urigen Lokal gesichtet.

Der Speiseraum ist nur halb so alt wie der Schankraum. Inzwischen verströmt er aber das gleiche altehrwürdige Fluidum wie die Kneipe nebenan. Serviert wird traditionelle Hausmannskost wie Erbsensuppe, Königsberger Klopse, Schnitzel oder Brathering. Zu den Berliner Spezialitäten zählen unter anderem Berliner Leber, Currywurst und die obligatorischen Buletten. Die Gerichte beim Mittagstisch kosten 4 bis 9 Euro. Abends liegen die Preise für Speisen bei 7,80 bis 15 Euro.

Die Kneipe aus der Kaiserzeit war zudem oft Drehort für Spielfilme und Fernsehserien. Über 40 Film- und TV-Produktionen, darunter „Ein Mann will nach oben“, „Jakob und Adele“, „Liebling Kreuzberg“ oder „Der letzte Zeuge“ sind in diesem urigen Etablissement gedreht worden. Am Tisch 1 nahm vor einigen Jahren auch öfters der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Schütz (1926-2012) Platz, wenn er zu Mittag aß.

Wilhelm Hoeck, Wilmersdorfer Straße 149, Charlottenburg, 10585 Berlin, Telefon 030/341 81 74, wilhelm-hoeck.de, Öffnungszeiten: Montag bis Sonnabend, 11-1 Uhr, Sonntag Ruhetag


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